Unser Mitgliedsunternehmen PalliVIVO gestaltete am 06.03.25 ein beeindruckendes Seminar für unsere Auszubildenden im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Dabei gingen Caroline Scholz, Palliative Care Fachkraft und Praxisanleiterin, sowie Dr. Jörg Cuno, leitender Arzt und Gründer dieses SAPV-Dienstes (Spezialisierte, ambulante Palliativversorgung) in Bamberg, achtsam und mit ihrer ganzen, langjährigen Erfahrung auf die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der künftigen Pflegefachfrauen und -männer ein.
Anhand vieler Beispiele aus ihrer täglichen Begleitung von Menschen mit lebenslimitierenden Diagnosen und entsprechender Symptomlast sowie deren Zugehörigen wurde schnell klar: Palliativmedizin ist Lebensmedizin. So beispielsweise mit der Frage: „Wenn Sie noch 30 Tage zu leben hätten, was würden Sie dann noch tun wollen?“ Die Erkenntnis war für Viele erstaunlich: Weil ich nicht weiß, ob ich nach 30 Tagen noch lebe, fange ich doch am besten jetzt damit an, meinen Bedürfnissen nachzukommen.
Ein anderer Aspekt. Häufig hören ÄrztInnen und Pflegekräfte in der Praxis von ihren KollegInnen: „Dieser Patient ist noch nicht palliativ.“ Um dann zu fixieren, wann eine palliative Begleitung angezeigt ist, bringt es die sog. „Double surprise question“ auf den Punkt:
Die Azubis fragten, diskutierten und manchmal war es bei viel Nachdenklichkeit ganz still im Raum. Für das Abschiednehmen kann es wie eine „kleine Gnade“ für Sterbende und Zugehörige sein, wenn ihnen ein Zeitfenster bekannt ist, das ihnen füreinander noch bleibt. Und auch die Situation und das Verhalten eines Kleinkindes einer sterbenden Mutter wurde behutsam besprochen – Jörg Cuno: „Kinder sind gespürig für die Situation.“
Caroline Scholz diskutierte die pflegerischen Möglichkeiten zur Förderung des Wohlbefindens, z.B. bei der Ernährung, Mundpflege, Schmerzlinderung und Atemerleichterung. Und es wurde sehr deutlich, dass eine Befürchtung einzelner Patienten vom SAPV-Team schnell genommen werden kann: Palliativpflegende kommen nicht zum Patienten, um bei ihm „das Licht aus zu machen.“
Andreas Schneider, Schulleiter und Vorstand unseres Ausbildungsverbundes, auf dessen Einladung das Seminar stattfand: „Das Seminar hätte noch viel länger sein müssen, weil solche Begegnungen und Erkenntnisse natürlich durch kein noch so gutes Buch oder auf andere Weise erreicht werden können – wir werden das Format auf jeden Fall zum festen Bestandteil unserer Ausbildungen machen. Ganz herzlichen Dank an die beiden KollegInnen!“
Caroline Scholz im Gespräch mit Auszubildenden
Andreas Schneider, Caroline Scholz und Dr. Jörg Cuno (v. l. n. r.)
(Text und Bilder: Andreas Schneider)